„Passt auf meine Großeltern auf“, ruft Mohamed Sleem mit der Strenge eines Lehrers. „Herr Mohamed“, wie er hier genannt wird, wacht über einen Grabkomplex in der altägyptischen Nekropole el-Chocha. Die Großeltern, von denen er spricht, sind die Überreste von Menschen, die hier vor mehr als 3000 Jahren zur letzten Ruhe gebettet wurden.

Seine Mahnung ruft Herr Mohamed Ägyptologen, Archäologen, Kunsthistorikern und Konservatoren zu, die sich den Denkmälern aus dem Altertum nähern. Eine von ihnen ist Christina Verbeek. Mit Schutzbrille und Atemschutzmaske steht die Kölner Restauratorin in dem Felsengrab mit der Nummer TT 49.

Die Wände der Gruft sind von einer dicken, öligen Rußschicht bedeckt. Neben sich auf einer Bank hat Verbeek ein Gerät abgestellt, das in dieser Form auf der Welt einzigartig ist: einen tragbaren, zwölf Kilogramm schweren Laser, den sie sich wie einen Rucksack über die Schultern hängen kann. Daran befestigt ist ein knapp zwei Meter langer Schlauch, mit dessen Endstück die Restauratorin punktgenaue Lasersalven auf die rußschwarze Wand abfeuert. An der Stelle, auf die der Laser trifft, lösen sich die Rußpartikel in einer kleinen Rauchwolke auf.