von Gernot Kramper
18.10.2020, 14:44 Uhr

In 25 Jahren schuf Kathrin Rohde die Hilfsorganisation Ampo in Burkina-Faso. Mit dem stern sprach sie über die unselige Herrschaft der Potentaten, darüber wie der Krieg des IS das arme Land erschüttert und wie ein neues demokratisches Afrika entsteht

Kathrin Rohde war Buchhändlerin in Schleswig-Holstein. Vor mehr als 20 Jahren änderte sie ihr Leben radikal. Sie verkaufte alles, was sie in Deutschland besaß und zog in die Hauptstadt von Burkina Faso, Ouagadougou. 1995 wollte Kathrin Rohde einer Handvoll Waisenkindern helfen. Auch war sie fasziniert vom anderen Leben, von der Offenheit, der Herzlichkeit. Vielleicht auch davon, dass sie gebraucht wurde. Rohde war schon zuvor eine Frau, die immer dann zupackte, wenn etwas getan werden musste, und sich keiner zuständig fühlte. Dieser Bruch mit ihrem bisherigen Leben und ihr Engagement sind ungewöhnlich, aber das wirklich Besondere ist noch etwas anderes. Rohde hat in mehr als 20 Jahren eine funktionierende Hilfsorganisation aufgebaut und ist nicht wie so viele Idealisten nach wenigen Jahren ausgebrannt zurückgekehrt.

Aus der Handvoll Straßenjungen, um die sie sich kümmern wollte, wurde Ampo mit weit über hundert Angestellten. Immer noch stehen Waisenkinder im Zentrum, doch der Maßstab hat sich verändert. 140 Menschen beschäftigt die NGO. Alles Schwarze. Rohde hält wenig davon, die Arbeit von hoch bezahlten weißen Expats erledigen zu lassen. Sie selbst leitete die Organisation lange, ist jetzt aber nur noch als Beraterin und…