Gut einen Monat nach dem Drama im US-Open-Finale hat Alexander Zverev seinen zwölften Titel auf der ATP-Tour gefeiert. Das Endspiel des Turniers von Köln gewann der Hamburger am Sonntag gegen das kanadische Toptalent Felix Auger-Aliassime mit 6:3 und 6:3. Zverev sicherte sich damit den ersten Sieg in diesem merkwürdigen wie erfolgreichen Jahr mit der Corona-Auszeit, mit Reifeprozessen, mit Fehlern in der Pandemie-Zeit und mit seiner Grand-Slam-Finalpremiere. „Ich bin extrem froh, das erste Finale nach dem verlorenen US-Open-Finale gewonnen zu haben“ sagte Zverev nach dem Sieg im WDR und räumte ein, dass ihn die Pleite in New York noch immer beschäftigt: „Das ist natürlich immer noch in meinem Kopf, da müssen wir nicht lange drumrumreden.“

Überzeugend mit leichten Abzügen

Bei seiner ersten Trophäenchance nach dem so knapp verpassten Coup von New York zeigte Deutschlands bester Tennisprofi nach wechselhaften Auftritten in den Tagen zuvor eine sehr überzeugende Leistung. Er kann mit einem ermutigenden Erfolgserlebnis in das stärker besetzte zweite Turnier in Köln in der kommenden Woche gehen. Zwar leistete sich Zverev auch gegen den an drei gesetzten Auger-Aliassime wieder leichtere Konzentrationsschwächen. Etwa als er nach einem famosen Start in das Match und einer 5:2-Führung gegen den Weltranglisten-22. erstmals seinen Aufschlag verlor. Anders als teilweise in der Vergangenheit schaffte es der Zverev aber, sich in wichtigen Momenten auf seine Stärken zu konzentrieren, spielte insgesamt sehr konstant und holte sich gleich wieder das Break zum ersten Satzgewinn. 

Seit 2016 jedes Jahr ein Titel

Der 20-Jährige aus Montreal war der schwierigste Gegner für Zverev in Köln. Doch der Hamburger spielte variabel und temporeicher von der Grundlinie. Und der Weltranglisten-Siebte bereitete Auger-Aliassime mehr Probleme bei den Aufschlagspielen als er sie selbst hatte. Ihm gelang das Break zum 4:2, dann musste er zwar bei eigenem Aufschlag nach zwei Doppelfehlern noch…