In der Hauptstadt Paris und anderenorts haben am Freitagabend tausende Menschen nochmals ausgiebig Restaurants, Bars und Clubs besucht. Wegen der stark steigenden Corona-Zahlen ist im Großraum Paris und den Städten Lille, Grenoble, Lyon, Aix-Marseille, Montpellier, Rouen, Toulouse und Saint-Etienne in der Nacht zu Samstag um Mitternacht eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft getreten. Sie gilt für mehrere Wochen zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Zu dieser Zeit dürfen sich Menschen nur aus einem triftigen Grund vor der Tür aufhalten. Betroffen ist fast ein Drittel rund 67 Millionen Einwohner Frankreichs.

Volle Restaurants in Paris – in den kommenden Nächten soll es das nicht mehr geben

Vollbesetzte Restaurants, Gedränge in den Bars und Clubs, private Feiern auf Terrassen und am Seine-Ufer, Feierstimmung, prägte das Bild in den Straßen von Paris am Freitag. Beobachter verglichen die Stimmung mit einem Silvesterabend. „Wir werden das so sehr genießen, wie wir nur können“, sagte der 19-jährige Kurtys M. der Nachrichtenagentur AFP. Er habe sich mit Freunden zu einer Tour durch mehrere Bars verabredet, danach sei ein nächtlicher Spaziergang entlang der Champs-Elysées geplant. Die 22-jährige Studentin Coline sagte der Zeitung „Le Parisien“ mit Blick auf die Ausgangssperre: „Ich sehe das als Lebensverbot an.“

Bei Verstößen drohen drastische Strafen

Wer sich nicht an die neuen Beschränkungen hält, muss 135 Euro Strafe zahlen – für Wiederholungstäter können Tausende Euro fällig werden. 12.000 Polizisten sollen die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

Das französische Innenministerium veröffentlichte ein Formular, das jeder ausgefüllt bei sich tragen soll, der während der Ausgangssperre vor die Tür muss. Folgende Ausnahmen können unter anderem darauf angeben werden: Arbeitsweg, medizinische Notfälle, Pflege von Angehörigen oder Betreuung von Kindern oder Weg zum Flughafen oder Bahnhof für Langstreckenreisen. Auch das Gassigehen mit dem Hund ist…