Bei der Parlamentswahl in Neuseeland zeichnet sich ein klarer Sieg der amtierenden Labour-Partei mit Ministerpräsidentin Jacinda Ardern ab. Nach Auszählung von mehr als 50 Prozent der Stimmen kam die Partei sogar auf die absolute Mehrheit von 65 der 120 Sitze.

Sollte sich dies bestätigen, könnte Labour in Zukunft auch ohne eine Koalition mit den Grünen regieren. Die „Green Party“ verbuchte ebenfalls Gewinne. Ein Kommentator im neuseeländischen Fernsehen sprach von einem „beachtlichen Linksrutsch“. Die 40-jährige Ardern habe damit voraussichtlich den bisher höchsten Wahlsieg unter dem gültigen Wahlsystem eingefahren, schrieb die Zeitung „New Zealand Herald“.

Arderns schärfste Gegnerin bei der Wahl war Judith Collins von der konservativen Nationalpartei, die aber deutliche Verluste verbucht hat und den vorläufigen Resultaten zufolge nur auf etwa 35 Sitze kommt. Die Opposition erkannte den Sieg der Regierungspartei an. Collins gratulierte Ardern im neuseeländischen Fernsehen und sprach von einem „herausragenden“ Ergebnis für die Labour-Partei.

Ardern regierte bisher eine Koalition aus Labour, den Grünen und der populistischen Kleinpartei New Zealand First, die für ihre einwanderungsfeindlichen Positionen bekannt ist. Vor drei Jahren war die Partei noch Zünglein an der Waage gewesen und hatte Ardern überraschend ins Amt verholfen. Nun verlor sie deutlich.

Über die Hälfte der rund 3,5 Millionen Wahlberechtigten haben bereits vor der Parlamentswahl am Samstag ihre Stimme abgegeben. Schon bis Freitag seien fast zwei Millionen Wahlzettel eingegangen, teilte die Wahlkommission mit. Die Wahlberechtigten stimmten außerdem in zwei Referenden über die Legalisierung von Cannabis als Freizeitdroge und die Legalisierung von Sterbehilfe ab. Die Ergebnisse dieser Volksbefragungen sollen aber erst Ende Oktober veröffentlicht werden.

Die auch im Ausland wegen ihres erfolgreichen Krisenmanagements bekannte Politikerin Ardern ist seit 2017 im Amt. Vor allem wegen ihres Umgangs…