Schon bis Freitag seien fast zwei Millionen Wahlzettel eingegangen, teilte Neuseelands Wahlkommission mit. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern strebt die Bestätigung ihrer Mitte-links Regierung an. Sie versuchte im Wahlkampf, unter anderem mit dem Management der Coronavirus-Pandemie zu punkten. Das Land mit fünf Millionen Einwohnern ist im internationalen Vergleich mit rund 1500 Infektionen, darunter 25 Todesfälle, kaum von der Seuche betroffen.

Premierministerin Jacinda Ardern liegt in den Umfragen vorn

Ihre Opponentin ist die konservative Judith Collins, die mit ihrer wirtschaftlichen Kompetenz wirbt. Nach einer Umfrage vom Freitag führt Arderns Labour-Partei mit knapp 46 Prozent deutlich vor der konservativen National-Partei von Collins mit gut 31 Prozent. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Labour alleine die absolute Mehrheit schafft. Ardern steht derzeit einer Koalition aus Labour, der populistischen Kleinpartei „New Zealand First“ und den Grünen vor. Erste Ergebnisse könnten schon Samstagabend vorliegen.

Wird bald Cannabis legalisiert? 

Die Parlamentswahl hätte eigentlich bereits im September stattfinden sollen, war aber wegen der Virus-Krise verschoben worden. Die 3,5 Millionen Wahlberechtigten stimmten in zwei Referenden auch über die Legalisierung von Cannabis als Freizeitdroge und die Legalisierung der Sterbehilfe ab.

Judith Collins von der konservativen National-Partei (Archivbild)

In den drei Jahren seit ihrem Amtsantritt sah sich Adern mit dem schlimmsten Terroranschlag in der Geschichte Neuseelands, einem tödlichen Vulkanausbruch, einer schweren Rezession und der globalen Bedrohung durch die Corona-Pandemie konfrontiert.

Doch es gab auch erfreuliche Momente: Ardern brachte ein Kind zur Welt und wurde zur internationalen Vorkämpferin für fortschrittliche Politik in einer Ära rechtspopulistischer Machthaber.

Die Zustimmung vieler Menschen sicherte sich die Ministerpräsidentin nicht nur durch ihre Politik, sondern auch durch Einfühlsamkeit und…