Zweifel sind jedenfalls angebracht. Immerhin gilt eigentlich bereits seit vergangener Woche eine Waffenruhe, die Gefechte hielten aber dennoch an. Zuletzt war vor allem Ganja umkämpft, die zweitgrößte Stadt in Berg-Karbach. Durch Raketenbeschuss seien 13 Menschen getötet worden, hieß es von der aserbaidschanischen Regierung in der Hauptstadt Baku.

Niemand will es gewesen sein

Aserbaidschan machte Armenien für den Angriff verantwortlich. Armenien wies dies jedoch zurück und warf dem verfeindeten Nachbarn im Gegenzug vor, selbst hinter dem Angriff zu stecken und dies als „Propaganda“ gegen die Armenier zu verwenden.

Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt war Ende September nach einer Phase relativer Ruhe wieder voll entbrannt. Seit Beginn der Gefechte wurden bereits hunderte Menschen getötet, darunter auch dutzende Zivilisten.

Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 90er Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt.

Für die Zerstörungen in der Stadt Ganja will weder Aserbaidschan noch Armenien verantwortlich sein

Beobachter fürchten, dass sich der Konflikt zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Russland und der Türkei im Kaukasus ausweiten könnte. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt das Nachbarland Aserbaidschan. Russland unterhält gute Beziehungen zu beiden Seiten, gilt aber als die militärische Schutzmacht Armeniens.

haz/ml (afp, dpa)