Es war ein Erdrutschsieg. Die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern ist bei der Parlamentswahl nicht nur bestätigt worden, sie darf in Zukunft auch allein regieren.

Jacinda Ardern, Regierungschefin Neuseeland:
„Heute Abend hat Neuseeland der Labour Partei die größte Unterstützung der vergangenen 50 Jahre gezeigt.“

Nach Auszählung von rund drei Viertel der Stimmen lag die Mitte-Links-Partei bei 49 Prozent der Stimmen, hätte damit 64 der 120 Sitze im Parlament, also die absolute Mehrheit. Seit Einführung des derzeit gültigen Wahlrechts im Jahr 1996 hat es das noch nie gegeben.

Bisher regierte Ardern in einer Koalitoin aus Labour, den Grünen und der populistischen Kleinpartei New Zealand First, die für ihre einwanderungsfeindlichen Positionen bekannt ist.

Ardern rief nach ihrem Sieg zu Einigkeit auf.

Jacinda Ardern, Regierungschefin Neuseeland:
„Wir leben in einer zunehmend polarisierten Welt. Einem Ort, an dem mehr und mehr Menschen die Fähigkeit verloren haben, den Standpunkt des anderen einzunehmen. Ich hoffe, dass Neuseeland mit dieser Wahl gezeigt hat, dass wir nicht so sind. Dass wir als Land zuhören und debattieren können. Letzten Endes sind wir zu klein, um die Sichtweise des anderen zu verlieren. Wahlen sind nicht immer dafür geeignet, Menschen zusammen zu bringen. Aber sie müssen uns auch nicht auseinanderreißen.“

Die konservative National-Partei stürzte bei der Wahl ab. Von 2008 bis 2017 war die Partei durchgehend Teil der Regierung, stellte auch nach 2017 mit 56 Sitzen die größte Fraktion im Parlament, wenn auch als Oppositionspartei. Diesmal sind es voraussichtlich nur noch 35.

Judith Collins, Vorsitzende der National-Partei:
„Glückwünsch zu dem Ergebnis an Jacinda Ardern, die ich vorhin angerufen habe. Denn ich glaube, das ist ein herausragendes Ergebnis für die Labour-Partei.“

Ardern ist 40 Jahre alt und seit 2017 im Amt. Obwohl ihr Land nicht einmal fünf Millionen Einwohner umfasst, machte sie sich international einen Namen. Das geht vor allem…