Der Weg zu General Bloodagent führt in eine kleine Vorortsiedlung am Rande von Atlanta: einfache Häuser im Ranch-Stil, der Rasen kurz geschnitten, in den Einfahrten parken Pick-ups.

Das Haus des Generals erkennt man an einem „Trump 2020“-Schild, das im Vorgarten steht. Eigentlich ist politische Werbung laut Nachbarschaftsordnung hier verboten. „Sollen sie sich beschweren“, sagt der General. „Die Leute reden viel von individueller Freiheit, aber sie verstehen das Konzept nicht.“

General Bloodagent ist kein echter General. Im bürgerlichen Leben heißt er Chris Hill und ist Paralegal, eine Art gehobener Rechtsanwaltsgehilfe. „Bloodagent nennen mich meine Freunde“, sagt er. „Bloodagent“ ist auch auf seinem Unterarm tätowiert.

Es ist sein Nom de Guerre, sein Kampfname. Hill ist Anführer einer Miliz, die er vor sechs Jahren gegründet hat. 75 Mitglieder hat die Gruppe nach seinen Angaben. Es waren mal 350, dann haben sich einige abgespalten.

Warum ist die Gruppe auseinandergebrochen? „Warum haben sich Guns N‘ Roses getrennt?“, fragt Hill zurück. „Die Linke versammelt sich hinter einem einzigen Anliegen. Die Rechte tut sich da schwerer.“ Aber 75 kampfbereite Männer sind besser als eine zerstrittene Gruppe, meint Hill.