Zweieinhalb Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA hat Amtsinhaber Donald Trump über eine mögliche Niederlage spekuliert. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Macon im Bundesstaat Georgia sagte Trump: „Können Sie sich vorstellen, dass ich verliere? Was werde ich tun?“ Unter Gelächter behauptete er, in diesem Fall gegen den „schlechtesten Kandidaten der Politik-Geschichte“ verloren zu haben. „Ich werde mich nicht so gut fühlen. Vielleicht muss ich das Land verlassen. Ich weiß es nicht.“

Trump verschärfte zudem seine Angriffe gegen die Familie seines Herausforderers. „Joe Biden ist ein korrupter Politiker“, sagte er bei einem weiteren Wahlkampfauftritt in Ocala im US-Bundesstaat Florida. „Und die Biden-Familie ist ein kriminelles Unternehmen.“

Trump fügte hinzu: „Die Bidens wurden reich, während Amerika ausgeraubt wurde.“ Der US-Präsident bezeichnete „Mainstream-Medien“ als „Volksfeinde“ und warf ihnen vor, über „die weltweit größte Geschichte“ nicht zu berichten – gemeint war die angebliche Korruption des Demokraten Biden.

Trump-Anhänger skandierten bei der Nennung von Bidens Namen „Sperrt ihn ein“ – mit dieser Parole hatten Trump-Unterstützer im Wahlkampf vor vier Jahren dessen Herausforderin Hillary Clinton bedacht. Trump erhebt seit langem und ohne Beweise Korruptionsvorwürfe gegen Ex-Vizepräsident Biden und gegen dessen Sohn Hunter, die nun von der Boulevardzeitung „New York Post“ befeuert wurden.

Die Zeitung versuchte in Artikeln in den vergangenen Tagen, Joe Biden mit früheren Geschäften seines Sohnes Hunter Biden in der Ukraine und in China in Verbindung zu bringen. Das Blatt veröffentlichte E-Mails, die belegen sollten, dass Hunter Biden damals versucht habe, Profit aus dem Amt seines Vaters als Vizepräsident zu schlagen.

Die Zeitung wertete die Mails auch als Beleg dafür, dass Joe Biden entgegen seiner Aussage von den umstrittenen Auslandsgeschäften seines Sohnes gewusst habe. Joe Biden bestreitet, dass er sich etwas…