Wettbewerber Liberty Steel
Britischer Konzern will Stahlsparte von Thyssenkrupp kaufen

Zentrale von Thyssenkrupp in Essen: Das Traditionsunternehmen schreibt beim Stahl tiefrote Zahlen. Foto: Marcel Kusch/dpa

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Thyssenkrupps Firmengeschichte reicht 130 Jahre zurück. Die goldenen Jahre der Essener «Stahlbarone» sind lange vorbei, die Realität ist trist für den Konzern. Um Kasse zu machen, wurde schon Tafelsilber verkauft. Nun könnte das Stammgeschäft abgegeben werden: der Stahl.

Der angeschlagene Industriekonzern Thyssenkrupp hat ein Angebot des Wettbewerbers Liberty Steel zum Kauf seines Stahlgeschäfts erhalten.

Es gebe viel Potenzial, da sich die Unternehmen gut ergänzten, begründete der britische Konzern seine Offerte am Freitag in London. Eine mögliche Kaufsumme wurde nicht genannt. Zuvor hatte der «Spiegel» berichtet.

Liberty Steel beschäftigt nach eigenen Angaben rund 30.000 Menschen und ist in zehn Staaten aktiv – in Europa, Australien, den USA und China. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei umgerechnet rund 13 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Thyssenkrupps Stahlsparte kam im Geschäftsjahr 2018/19 auf rund neun Milliarden Euro Umsatz. Derzeit hat der Bereich 27.000 Mitarbeiter, das ist etwa ein Viertel des Gesamtkonzerns…