„Ich habe Angst. Was ist, wenn Joe Biden die Wahl gewinnt?“. Lee Snover ist 50 Jahre alt und überzeugte Republikanerin. Der Gedanke, dass ihr Präsident, Donald Trump, der Mann, den sie so sehr verehrt, die Wahl am 3. November verlieren könnte, dieser Gedanke erschüttert sie.

SPIEGEL-Reporterin Alexandra Rojkov hat gut zwei Wochen vor der US-Wahl Northampton County besucht, einen kleinen Landkreis im Swing State Pennsylvania. Northampton hat in den vergangenen 100 Jahren fast immer den „richtigen“ Kandidaten gewählt hat. Vor zwölf Jahren gewann hier Barack Obama, vor acht Jahren ebenfalls, 2016 schließlich Donald Trump. Wer Northampton County für sich gewinnt, hat statistisch betrachtet beste Chancen, US-Präsident zu werden.

Lee Snover macht seit 25 Jahren Wahlkampf für die Republikaner. Sie spricht von „der wichtigsten Wahl aller Zeiten“. Das Land stehe an einer Kreuzung. Sollte sich die Mehrheit für Biden entscheiden, wäre es das Ende der USA, davon ist sie überzeugt. Snover versteht das neue Amerika nicht mehr. „Diese Millennials, die sind immer im Internet. Ich habe noch was mit meinen Händen gemacht.“

Sie ist nicht die einzige Republikanerin, die zutiefst verunsichert ist. Einige in Northampton County bewaffnen sich, weil sie fest mit Unruhen rechnen, sollte Trump die Wahl nicht gewinnen. Reporterin Rojkov beschreibt im Gespräch mit Juan Moreno in der aktuellen Ausgabe von „Acht Milliarden“ einen verunsicherten Ort, Symbol eines zutiefst gespaltenen Landes.

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