Der Dannenröder Forst ist ein Mischwald mitten in Hessen. Buchen wechseln sich mit Eichen ab, dazwischen behauptet sich ein kleiner Anteil von Kiefern. Der Wald wird nachhaltig bewirtschaftet und gilt als sehr gesund.

Doch unter den Baumkronen herrscht dieser Tage wenig Beschaulichkeit. Im Dannenröder Forst führe die Menschheit einen Kampf um ihr Überleben, so sieht es zumindest Carola Rackete. Die 32-Jährige ist eine Ikone der deutschen Protestkultur, seitdem sie im vergangenen Jahr als Kapitänin der „Sea-Watch 3“ viele Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet hat und von der italienischen Polizei festgenommen wurde.

Jetzt hat sie die Kajüte gegen ein Zelt im Dannenröder Forst getauscht. Zusammen mit rund 150 anderen jungen Menschen der Gruppe „Wald statt Asphalt“ will sie verhindern, dass 27 Hektar des Baumgebiets für die Autobahn 49 fallen. „Mir geht es nicht um diesen einen Wald und auch nicht um diese Autobahn“, sagt Rackete. „Wir brauchen endlich eine Politik, die sich an den physikalischen Gegebenheiten auf diesem Planeten orientiert.“ Sie meint den Klimawandel.