Wenn die Blockflötistin Dorothee Oberlinger bei der Verleihung desOpus Klassik die Gelegenheit bekommt, ein paar Worte an das Publikum zu richten, dann möchte sie auf die brenzlige Lage der freischaffenden Musiker und der Kulturinstitutionen hinweisen und dringend an die Politik appellieren, in der Corona-Krise Hilfe zu leisten.

Cover vom Album „Night Music“, für das Dorothee Oberlinger den Opus Klassik als beste Instrumentalistin bekommt

Dorothee Oberlinger bekommt den Opus Klassik als beste Instrumentalistin des Jahres, sowie auch die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter und die Pianistin Elisabeth Leonskaja.

„Preise sind so wie unerwartete Geschenke, sie erfreuen einen und sind in dieser recht betrüblichen Zeit zumindest ein kleiner Lichtblick“, sagt Oberlinger gegenüber der DW. „Ich fühle mich in der Verantwortung über die derzeitige Situation meiner Zunft zu sprechen, und dafür kann der Opus Klassik ein wichtiges öffentliches Forum sein“, sagt Oberlinger.

Opus Klassik mit Staraufgebot

Zu den bekannten Namen der diesjährigen Preisträger gehört neben Stargeigerin Anne-Sophie Mutter, die den Preis für ihr Album „Wien“ erhält, auch der weltberühmte Tenor Jonas Kaufmann in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen.

Dirigentin des Jahres ist Mirga Gražinytė-Tyla aus Litauen und Komponist des Jahres Detlev Glanert, einer der meistgespielten lebenden Opernkomponisten. Daniel Behle wird in der anstehenden Gala zum „Sänger des Jahres“ gekürt und als „Sängerinnen des Jahres“ teilen sich die lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča und Sopranistin Marlis Petersen den Preis.

Stargeigerin Anne-Sophie Mutter gehört zu den drei besten Instrumentalistinnen

Der Opus Klassik wurde erstmals 2018 für „außerordentliche musikalische Leistungen“ verliehen, nachdem der Vorgängerpreis „Echo“ wegen eines Antisemitismusskandals abgeschafft worden war. Aus Protest gegen die Nominierung der Rapper Kollegah und Farid Bang, deren Texte als antisemitisch, gewaltverherrlichend…