Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy soll für seinen Wahlkampf im Jahr 2007 illegale Spenden aus Libyen erhalten haben. Nun muss er sich vor Gericht verantworten. Die Pariser Finanz-Staatsanwaltschaft beschuldigt Sarkozy der „Mitgliedschaft in einer kriminellen Gruppe“. Am Freitag hat die Institution entsprechend Anklage erhoben.

Sarkozy selbst äußerte sich auf Facebook und Twitter zur Anklage. Er schrieb, er sei „überrascht“: „Meine Unschuld wird erneut mit Füßen getreten.“

Die französische Justiz hatte bereits 2018 ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Staatschef eröffnet. Sarkozy wird nach früheren Justizangaben der Bestechlichkeit, unerlaubten Wahlkampffinanzierung und Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Gelder Libyens verdächtigt. Ende September hatte das Pariser Berufungsgericht einen Einspruch Sarkozys gegen die Ermittlungen weitgehend zurückgewiesen.

Laut Berichten der französischen Plattform „Mediapart“ sollen aus Libyen rund 50 Millionen Euro für den Präsidentschaftswahlkampf des konservativen Politikers geflossen sein. Das Geld soll vom gestürzten libyschen Despoten Muammar al-Gaddafi stammen.

Sarkozy war von 2007 bis 2012 Präsident Frankreichs. Nach seinem Wahlsieg lud Sarkozy Gaddafi Ende 2007 nach Paris ein, wo der Libyer Gäste in seinem Beduinenzelt empfing. Auch gegen zwei frühere Minister wird in der Affäre ermittelt.

Icon: Der Spiegel