Das Geldvermögen der Deutschen ist mitten in der Coronakrise auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Nach einem Rückgang im ersten Vierteljahr besaßen die Privathaushalte zum Ende des zweiten Quartals mit insgesamt 6,63 Billionen Euro ein so hohes Geldvermögen wie noch nie. Das geht aus Daten der Bundesbank hervor. Im Vergleich zum ersten Quartal ist das ein Zuwachs um vier Prozent. „Die durch die Pandemie und die Unsicherheit über ihre wirtschaftlichen Folgen ausgelösten Bewertungsverluste bei Aktien im Vorquartal wurden zum großen Teil kompensiert“, teilte die Notenbank mit.

Die Erholung an den Börsen im zweiten Quartal sorgte für Bewertungsgewinne bei Aktien und anderen Anteilsrechten im Umfang von 74 Milliarden Euro. Seit seinem Tiefpunkt am 18. März hat der deutsche Leitindex Dax mehr als 40 Prozent gewonnen.

Niedrigzinsen helfen bei Krediten

Den Daten der Bundesbank zufolge kauften die Deutschen Aktien und andere Beteiligungen im Volumen von 16 Milliarden Euro sowie Investmentfonds im Umfang von 13 Milliarden Euro. Zudem erhöhten sie ihre Anlagen in Bargeld und Einlagen, also kurzfristig verfügbares Geld, um 72 Milliarden Euro.

Die anhaltenden Tiefzinsen nutzten die Haushalte wie schon in vergangenen Quartalen, um sich günstig bei den Banken Kredite zu verschaffen. Erneut wurden insbesondere Wohnungsbaukredite nachgefragt. Die Verbindlichkeiten der Haushalte nahmen im zweiten Jahresviertel um 0,9 Prozent auf 1,91 Billionen Euro zu. 

Die Bundesbank berücksichtigt bei der Berechnung Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen – aber keine Immobilien. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor.

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