Neuneinhalb Jahre ist die Nuklearkatastrophe von Fukushima her. Damals überrollte ein Tsunami in Folge eines Erdbebens die japanische Küste und zerstörte das Atomkraftwerk. Bis heute bereitet das Unglück den Behörden große Probleme.

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
„Die Reaktoren in Fukushima müssen weiter gekühlt werden. Deshalb fallen jeden Tag 170 Tonnen neues Wasser an. Die werden in Tanks gelagert. Das sind schon mehr als 1000, die dort auf dem Gelände stehen. Die werden immer voller, es gab auch schon Lecks und jetzt will man das Wasser loswerden.“

Mehr als 1,2 Milliarden Liter radioaktiv belastetes Wasser lagern bereits im Atomkraftwerk. Die Lösung des Betreibers Tepco heißt nun: Das Wasser soll in den Pazifik abgeführt werden. Der Beschluss ist noch nicht durch, die formale Entscheidung soll laut japanischen Medien aber noch in diesem Monat fallen.

Kontaminiertes Wasser im Meer entsorgen? Das klingt zunächst nicht nach einer guten Idee. Wie gefährlich ist das tatsächlich?

Julia Merlot, DER SPIEGEL
„Dieses Wasser wird aber gefiltert. Ein Großteil der Radioaktivität kommt raus, der Nuklide. Und was übrig bleibt, ist Tritium. Und Tritium ist ein Isotop von Wasser, ist trotzdem radioaktiv, aber nicht so schlimm wie andere radioaktive Nuklide wie Strozium oder Caesium. Die reichern sich viel, viel länger im Körper ab. Tritium geht nicht einmal durch die Haut und wird auch relativ schnell abgebaut.“

Die Praxis ist auch rechtlich erlaubt, wird auch in Europa angewandt. Das Wasser, das in Japan ins Meer fließen soll, wird maximal 60.000 Becquerel erhalten, also 60.000 radioaktive Zerfälle pro Sekunde. Das hat sich Tepco als Grenze gesetzt.

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
„Und das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz sagt: Wenn man dieses Wasser mit diesen radioaktiven Zerfällen trinken würde, ein Jahr lang als Trinkwasser, ausschließlich dieses Wasser, hätte man ungefähr so eine Belastung wie bei einer Röntgenuntersuchung.“

Doch selbst wenn sich die ökologischen und…