Die japanische Regierung hat entschieden, dass radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Atomkraftwerk von Fukushima ins Meer abgelassen werden darf. Das berichten mehrere japanische Medien.

Die formelle Entscheidung soll noch diesen Monat bekannt gegeben werden. Der Betreiber Tokio Electric (Tepco) hat mehrere Millionen Tonnen verseuchtes Wasser auf dem Gelände des Atomkraftwerks gespeichert, das 2011 durch einen Tsunami zerstört wurde.

Seitdem müssen Reaktoren mit Wasser gekühlt werden, um eine Kernschmelze zu verhindern. Tepco hatte erklärt, 2022 werde es keine Lagerkapazitäten mehr haben. Immer wieder war in den vergangenen Jahren daher der Meeres-Vorschlag aufgekommen. Nun soll er offenbar tatsächlich umgesetzt werden.

Widerstand dürfte Tepco aus dem Nachbarland Südkorea, aber auch von lokalen Fischern erhalten. Sie befürchten einen Imageschaden für Meeresfrüchte aus Fukushima. Die Gefahr, die von dem kontaminierten Wasser ausgeht, ist umstritten. Bis auf das radioaktive Wasserstoffisotop Tritium filtert das Unternehmen bereits jetzt viele gefährliche Stoffe heraus. Tritium gilt als vergleichsweise harmlos.

Im Frühjahr 2019 hatte das Unternehmen begonnen, Brennstäbe aus einem der zerstörten Unglücksreaktoren zu bergen. Ferngesteuerte Geräte holten die radioaktiv verseuchten Brennstoffe aus dem zerstörten Atomkraftwerk, so Tepco. Im Fokus standen zunächst sieben unbenutzte Brennstäbe aus dem Abklingbecken des Reaktors 3.

Noch immer warten 30.000 Anwohner auf ihre Rückkehr

Die Reaktoren 1 bis 3 waren am 11. März 2011 in Folge eines Erdbebens und Tsunamis zerstört worden. Weil das Kühlsystem ausfiel, kam es zur Kernschmelze. Wegen der radioaktiven Strahlung mussten damals rund 160.000 Anwohner fliehen. Noch immer können rund 30.000 nicht zurück. Das Unglück war die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986.

2014 hatte Tepco bereits die Bergung der Brennstäbe aus Reaktor 4 abgeschlossen. Ursprünglich sollten anschließend die Brennstäbe aus…