Am Ende traten beide Kandidaten doch im Fernsehen auf. Gleichzeitig. Zur besten Sendezeit. Nur eben fast 2000 Kilometer voneinander entfernt, auf verschiedenen Sendern. Präsident Trump stellte sich in Miami den Fragen von NBC-Moderatorin Savannah Guthrie. Biden sprach in Philadelphia mit George Stephanopoulos von ABC, stellte sich dort auch Zuschauerfragen.

Eine gemeinsame Debatte wurde aufgrund von Trumps mittlerweile offenbar überstandener Corona-Infektion abgesagt, ein digitales Duell lehnte der Präsident ab.

Für beide Kandidaten war die Pandemie dominierendes Thema, bei Trump ging es auch um den Zeitpunkt der eigenen Erkrankung.

Donald Trump, US-Präsident:
„Ich werde ganz schön oft getestet. Und ich kann Ihnen sagen, dass ich mich vor der Debatte, die ich sehr gut fand, fantastisch gefühlt habe. Ich hatte vorher keine Probleme.“
Savannah Guthrie, Moderatorin:
„Wurden Sie am Tag der Debatte getestet?“
Donald Trump, US-Präsident:
„Das weiß ich nicht. Ich kann mich nicht einmal erinnern. Ich werde andauernd getestet. Aber das kann ich Ihnen sagen: Einen oder zwei Tage nach der Debatte, ich glaube, es war Donnerstagabend, vielleicht sogar spät am Abend, wurde ich positiv getestet.“

Biden kritisierte, dass Trump zu spät gehandelt habe, obwohl er frühzeitig von den Gefahren des Virus gewusst habe. Trump wiederum verteidigte seine Taktik.

Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der Demokraten:
„Wir haben später erfahren, dass er genau wusste, wie ernst es war, als er von George Woodward, Entschuldigung, Bob Woodward interviewt wurde.“

Donald Trump, US-Präsident:
„Ich wusste, dass es eine große Gefahr war. Gleichzeitig wollte ich das Land nicht in Panik versetzen: Ich wollte nicht rausgehen und sagen: Alle werden sterben! Alle werden sterben!“

Ein weitere Haltung, für die Trump oft kritisiert wird: Er vermeidet es immer wieder, die rechtsextremen White Supremacists klar zu verurteilen, so auch in der gemeinsamen Debatte mit Biden. Auch darauf wurde er nun in Miami angesprochen, genauso…