Im anti-russischen Propaganda-Sturm hört niemand mehr die russische Position.

Ein Kommentar von Rainer Rupp

Wie im “Skripal-Fall“ im englischen Salisbury so entbehren auch die offiziellen Behauptungen der deutschen Bundesregierung bezüglich der angeblichen Vergiftung des rassistischen russischen Bloggers Nawalny mit dem als absolut tödlich bekannten Nervengift Nowitschok jeglichen Tatsachengehalts. Allerdings haben all jene Kräfte in Deutschland, die eine engere Zusammenarbeit mit Russland verhindern wollen, in der plötzlichen Erkrankung Nawalnys im Flugzeug über Sibirien eine hervorragende Gelegenheit gesehen, das ohnehin durch westliche Provokationen und Sanktion bereits stark getrübte Verhältnis zwischen Berlin und Moskau noch wirksamer zu untergraben.

Bei diesen in Politik, Militär, Medien und vor allem in der Finanzwirtschaft tief verwurzelten Kräften in Deutschland handelt es sich um Personen und Organisationen, die angesichts der bröckelnden Beziehungen zu den USA um den Fortbestand ihrer eigenen, engen transatlantischen Bindungen zu den Washingtoner Eliten bangen. Denn es sind diese transatlantischen Bindungen, die das Fundament darstellen, auf dem die selbsternannten Eliten ihre großartigen Karrieren, ihr Ansehen und vor allem auch ihr Einkommen und ihren abgehobenen Lebensstil aufgebaut haben.

Opportunistisch haben diese Transatlantiker – unterstützt von den von ihnen beherrschten “Qualitätsmedien” – die Nawalny-Gelegenheit beim Schopf ergriffen und aus der harmlosen Verlegung von Nawalny in ein deutsches Krankenhaus eine üble Räuberpistole gemacht. Die Tatsache dass die Verlegung nach Berlin entgegen geltender russischer Corona-Reisebestimmungen nur dank einer großmütigen und unbürokratischen Entscheidung der russischen Regierung überhaupt erst ermöglicht wurde, findet in der offiziellen deutschen Verschwörungstheorie über den angeblichen Mordanschlag gegen den russischen Blogger und…