Laut ersten Ergebnissen einer groß angelegten Studie hat der Wirkstoff Remdesivir nicht den erhofften Erfolg bei der Therapie von schwer erkrankten Covid-19 Patienten gebracht. Der Auswertung zufolge ist weder die Sterblichkeit gesunken noch hat das Mittel den Zeitpunkt hinausgezögert, ab dem Patienten beatmet werden mussten.

Remdesivir ist in mehreren Ländern zur Therapie von Covid-19 zugelassen. Vertrieben wird der Wirkstoff von der US-Pharmafirma Gilead unter dem Handelsnamen Veklury. Auch US-Präsident Donald Trump erhielt es kürzlich nach seiner Infektion.

Anfang Juli hatte die EU-Kommission mit Remdesivir erstmals eine bedingte Genehmigung für ein Medikament zur Therapie von Covid-19 erteilt. Es kann damit auch in Deutschland eingesetzt werden, allerdings unter Auflagen:

Es ist nur für schwer Erkrankte Covid-19-Patienten vorgesehen, die eine Lungenentzündung haben und eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr benötigen.

Das Mittel darf nur in klinischen Einrichtungen eingesetzt werden, in denen die Patienten engmaschig überwacht werden.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola-Patienten entwickelt, allerdings nie für diesen Einsatz zugelassen. Das Mittel wird per Infusion verabreicht und hemmt ein Enzym, das Viren für ihre Vermehrung benötigen. Wegen seiner antiviralen Wirkung wird es auch als mögliches Medikament gegen Covid-19 gehandelt.

Alle vier getesteten Wirkstoffe fielen durch

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte es deshalb in den sogenannten Solidarity Trial aufgenommen – eine Großstudie, an der Ärzteteams aus der ganzen Welt teilnehmen, mit so wenig bürokratischem Aufwand wie möglich. Laut den nun veröffentlichen ersten Ergebnissen brachte jedoch keines der vier getesteten Wirkstoffe den erhofften Erfolg, auch Remdesivir nicht.

Für die Analysen waren die Daten von 11.000 Patienten aus 400 Krankenhäusern ausgewertet worden. Die Studie soll nun von unabhängigen Wissenschaftlern begutachtet werden und dann im Fachblatt „New England…