Die Ausstellung „Männlichkeiten: Befreiung  durch Fotografie“ (Originaltitel „Masculinities: Liberation through Photography“) entstand in Zusammenarbeit mit der Londoner Barbican Art Gallery. Anhand von Werken von mehr als 50 Künstlern untersucht sie männliche Identitäten.

Wie sieht Männlichkeit aus? Wann wird es toxisch? Und wo ist die Abgrenzung zu weiblichen Motiven? Rund 300 Fotografien und Filme zeigen, wie sich die männliche Identität über Jahrzehnte hinweg grundlegend verändert hat, nicht zuletzt dank queerer Bewegungen.

Männer als Objekte

„Im Zuge der #MeToo-Bewegung und des Wiederauflebens des feministischen und männerrechtlichen Aktivismus sind traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit Gegenstand heftiger Debatten geworden“, erklärte dazu Jane Alison, Leiterin der Abteilung für Bildende Kunst am Barbican. „Diese Ausstellung könnte nicht relevanter sein und wird sicherlich Gespräche über unser Verständnis von Männlichkeit anregen.“

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Die Fotoarbeiten setzen sich mit dem Mannsein rund um den Globus in all seinen Facetten auseinander. Und egal, ob es um das Patriarchat oder um das Thema „Black is beautiful“ innerhalb der schwarzen männlichen Bevölkerung geht – die Schau zeigt eine Vergegenständlichung der Männer, wie sie sonst eigentlich besonders Frauen im Bereich der Pop-Kultur erfahren.   

Die Werke stellen gängige Vorstellungen von Männlichkeit – aber auch Weiblichkeit – in Frage. Sie erschüttern die Erwartungen des Betrachters. Dadurch lädt die Ausstellung zu Dialog über Geschlechterrollen ein, der über weibliche und männliche Geschlechtsmerkmale oder die Debatte über Pronomen hinausgeht.  

Taliban-Lager und Altherren-Clubs

Zu sehen sind beispielsweise Farbporträts von Taliban, die sich vor blumiger Kulisse zärtlich an den Händen halten. Ihre Augen sind dick mit schwarzem Kajal umrandet. In Afghanistan…