Das literarische Bild, das viele Deutsche von den amerikanischen Ureinwohnern haben, ist geprägt von den sehr erfolgreichen Winnetou-Büchern, die weltweit gelesen wurden. Verfasst wurden diese Romane im ausgehenden 19. Jahrhundert von dem deutschen Schriftsteller  Karl May , der vermutlich nie selbst in diesen Ländern war.  

Als er 1893 begann, die Geschichten rund um den fiktiven Apachen-Häuptling Winnetou zu schreiben, der sich mit dem Ich-Erzähler Old Shatterhand anfreundet, hatte er sein Heimat Sachsen noch nie verlassen. In den 1960er Jahren des nachfolgenden 20. Jahrhunderts entstanden auch populäre Filme auf Basis der Bücher, die deren Beliebtheit vor allem bei jüngeren Lesern nochmals steigerten. 

Im Kern vermittelten die literarischen Abenteuer von Karl May das romantische Ideal vom einfachen Leben im Einklang mit der Natur. Dabei hatten sie nur wenig zu tun mit der tatsächlichen Lebenswelt der kanadischen Ureinwohner und der Kultur der indigenen Völker Nordamerikas.

Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 

Mit Kanada als Gastland der Frankfurter Buchmesse wird die deutschsprachige Leserschaft Gelegenheit bekommen, ihr Wissen über die Lebensbedingungen der nordamerikanischen indigenen Völker durch die Bücher von Gegenwartsautorinnen und -autoren zu erweitern. Aktuelle Romane und Erzählungen von Autoren aus Kanada werden nicht nur 2020, sondern auch im nächsten Jahr auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert werden.

Logo und Motto des Gastlands Kanada

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die weltgrößte Buchmesse ihre klassische Buchpräsentation vor Ort in den Frankfurter Messehallen ausgesetzt. Das bedeutet, dass Kanada auch im nächsten Jahr Gastland der Buchmesse bleiben wird. In diesem Jahr finden einige Veranstaltungsreihen ausschließlich virtuell statt, in der Hoffnung, dass 2021 wieder ein erweitertes Vor-Ort-Programm in Frankfurt zustande kommt. 

Unter dem Motto „Singular Plurality – Singulier Pluriel“ (dt.: „Einzigartige…