Wenige Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen steht der Wahlkampf ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Nachdem US-Präsident Donald Trump seine Infektion überwunden hat und nun wieder öffentlich auf Stimmenfang geht, hat das Virus nun Folgen für den Terminkalender von Kamala Harris.

Die demokratische US-Vizepräsidentschaftskandidatin setzt nach zwei Corona-Fällen in ihrem Umfeld ihre Wahlkampfreisen vorübergehend aus. Ihr Wahlkampfteam erklärte, Harris‘ Kommunikationsdirektorin Liz Allen und ein Mitglied einer Flugzeugbesatzung seien positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Vizekandidatin von Präsidentschaftskandidat Joe Biden habe sich zwar in den zwei Tagen vor den positiven Tests nicht in engem Kontakt zu den beiden befunden und müsse deswegen nicht in Quarantäne. Als reine Vorsichtsmaßnahme seien aber alle Wahlkampfreisen bis einschließlich kommenden Sonntag gestrichen worden. Harris werde vorübergehend virtuell Wahlkampf machen und am kommenden Montag ihre Reisen wieder aufnehmen, erklärte das Wahlkampfteam.

Biden und Harris fahren in der Coronakrise einen vorsichtigen Kurs. Sie setzen sich damit bewusst von Präsident Trump ab, der nach seiner Corona-Infektion wieder Wahlkampfauftritte vor Tausenden Anhängern abhält, von denen die meisten keine Masken tragen. Biden liegt knapp drei Wochen vor der Wahl in Umfragen teils deutlich vor Trump – sowohl in landesweiten Erhebungen, als auch in Umfragen in besonders umkämpften Bundesstaaten.

In den USA ist die Zahl der Corona-Infektionen zuletzt wieder deutlich angestiegen. In dem Land wurden bereits mehr als 7,9 Millionen Infektionen bestätigt, mehr als 216.000 Menschen starben. Das sind die höchsten Zahlen weltweit. US-Experten zeigen sich besorgt, dass es nicht gelingt, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bekommen – zumal die Grippesaison beginnt.

Icon: Der Spiegel