Die thailändische Regierung von Ex-Armeechef Prayut Chan-o-cha hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Versammlungen von mehr als vier Menschen in der Hauptstadt Bangkok und die Veröffentlichung von Botschaften im Internet, „welche die nationale Sicherheit beeinträchtigen können“, wurden damit verboten, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Am Vortag hatten erneut tausende Menschen in Bangkok gegen die Regierung demonstriert. 

Im Rahmen des Ausnahmezustands würden die „verfassungswidrigen“ Proteste untersagt, so der Regierungssprecher. Auch seien die Behörden ermächtigt worden, Kommunikationsgeräte, Daten und Waffen zu beschlagnahmen, wenn der Verdacht bestehe, dass damit zur derzeitigen „Notstandslage“ beigetragen werde.

Demonstranten versuchen, einen Polizeibus wegzuschieben

Unklar ist damit, ob eine für diesen Donnerstag geplante weitere Massendemonstration stattfinden wird. Die Polizei warnte, dass Regierungsgegnern die Festnahme drohe. Seit Beginn der Proteste im Juli wurden bereits zahlreiche Menschen festgenommen und wegen Aufruhrs angeklagt.

Von Hongkong inspiriert

Die von jungen Menschen angeführte und pro-demokratische Protestbewegung fordert den Rücktritt der Regierung und eine offene Debatte über die Rolle der Monarchie in Thailand. Die teils von der Hongkonger Demokratiebewegung inspirierten Demonstranten verlangen auch die Abschaffung eines Gesetzes, das drakonische Strafen für Kritik am Königshaus vorsieht.

Demonstranten zeigen der königlichen Familie eine Protestgeste

Am Mittwoch waren erneut tausende Demonstranten rund um das Demokratie-Denkmal in Bangkok zusammengekommen, bevor dort am Nachmittag eine Wagenkolonne mit König Maha Vajiralongkorn und seiner Familie erwartet wurde. Die Polizei sperrte die meisten Protestierenden von der Route der royalen Kolonne aus.

Protest gegen Königshaus

Dutzende Demonstranten waren allerdings noch anwesend, als die Kolonne vorbeifuhr. Zu sehen war, wie Königin Suthida aus dem Fenster ihrer Limousine…