Hunderte Anhänger der thailändischen Demokratiebewegung haben sich erneut in der Hauptstadt Bangkok versammelt, die Nachrichtenagentur Reuters spricht von Tausenden. Damit setzten sich die Demonstranten über den Ausnahmezustand hinweg, den die Regierung von Ex-Armeechef Prayut Chan-O-Cha am Morgen verhängte. Sie forderten die Freilassung der mehr als zwanzig zuvor festgenommenen Aktivisten.

Seit Donnerstag gilt für die Hauptstadt Bangkok ein Versammlungsverbot von mehr als fünf Personen. Außerdem verbietet der Ausnahmezustand die Veröffentlichung von Botschaften im Internet, „welche die nationale Sicherheit beeinträchtigen können“, wie ein Regierungssprecher mitteilte.

„Wir kämpfen bis zum Tod“

Die Protestbewegung hatte in sozialen Medien dazu aufgerufen, sich trotz der Notstandsbefugnisse zu treffen. „Kommt mit Kraft heraus – nur moralische Unterstützung von zu Hause aus zu geben, reicht nicht“, teilte sie mit.

„Wie in die Enge getriebene Hunde werden wir kämpfen bis zum Tod“, sagte Panupong „Mike Rayong“ Jadnok, einer der wenigen führenden Aktivisten, die noch nicht festgenommen wurden. „Wir werden nicht zurückweichen. Wir werden nicht weglaufen. Wir bleiben hier“, rief er vor der jubelnden Menge der Demonstranten. Viele hielten drei Finger in die Luft, das Symbol der Bewegung, das dem Film „Die Tribute von Panem“ entlehnt ist.

Am Mittwoch hatten sich bereits Tausende bei einer Anti-Regierungs-Demonstration versammelt. Nachdem die Notstandsmaßnahmen angekündigt worden waren, trieb die Polizei die Demonstranten auseinander und nahm 22 Aktivisten fest.

15 Jahre Haft für Kritik am Königshaus

Die prodemokratische Protestbewegung fordert seit drei Monaten den Rücktritt der Regierung und eine offene Debatte über die Rolle der Monarchie in Thailand. Die teils von der Hongkonger Demokratiebewegung inspirierten Demonstranten fordern auch die Abschaffung eines umstrittenen Gesetzes zum Schutz der Monarchie, das bis zu 15 Jahre Haft für Kritik am Königshaus…