Die Zahl der in Deutschland registrierten Corona-Fälle steigt seit Tagen an – nun ist ein neuer Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen 6638 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – rund 1500 mehr als am Vortag. Bisher waren im Frühjahr die meisten Fälle erfasst worden, 6294 waren es am 28. März.

Allerdings werden mittlerweile wesentlich mehr Corona-Tests durchgeführt – und damit auch mehr Infektionen entdeckt. Die Zahl der Tests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests stieg laut RKI zuletzt jedoch deutlich: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.

RKI kritisiert „Freitestung“

In mehreren Laboren gibt es einen Rückstau, einige gaben Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an. „Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden“, schreibt das Institut in seinem Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer „Freitestung“ habe die Situation weiter verschärft.

Insgesamt wurden seit Beginn der Corona-Krise 341.223 Corona-Fälle in Deutschland gezählt (Datenstand 15. Oktober 2020, 0.00 Uhr MESZ). Der Tod von mindestens 9710 Menschen (+ 33 im Vergleich zum Vortag) wird hierzulande in Verbindung mit einer SARS-CoV-2-Infektion gebracht.

wa/nob (dpa, rtr)