„Die Situation läuft völlig aus dem Ruder“, sagte Wilfried Haslauer, der Regierungschef des österreichischen Bundeslandes Salzburg, über die Lage im Ort Kuchl (Artikelbild). Auch insgesamt bezeichnete er die Entwicklung in seinem Bundesland als dramatisch. Die Kapazitäten in den Kliniken drohten in weniger als zwei Wochen an ihre Grenzen zu kommen. Dann wäre ein Lockdown wohl unvermeidlich.

Nach wie vor ist unklar, wie sich eine gut besuchte Benefiz-Veranstaltung im Ort am 3. Oktober auf das Infektionsgeschehen in der Gemeinde ausgewirkt hat. Auf der Veranstaltung zugunsten eines im Vorjahr schwer verunglückten jungen Mannes seien Mindestabstand und Schutzmaßnahmen nicht eingehalten worden, berichteten mehrere Bewohner der Nachrichtenagentur APA.

Besucher drängten sich unter Schirmen

Als es bei dem Event später zu regnen begann, drängten viele Besucher unter Schirme. Zugleich fand am vergangenen Sonntag trotz Warnungen einiger Eltern in der Gemeinde die Erstkommunion statt. Der Termin war zuvor schon einmal wegen Corona verschoben worden.

Wie viele Infektionen der Benefiz-Veranstaltung zuzuordnen sind, konnte das Land Salzburg nicht sagen. Bereits zuvor hatte es geheißen, dass die Ansteckungen wohl erst im späteren Verlauf des Abends passiert sein dürften, nachdem das Event offiziell beendet war.

In ganz Österreich ist die Zahl der registrierten Corona-Fälle binnen eines Tages auf den Rekordwert von 1552 Fällen gestiegen. Laut Innenministerium wurden allein in Wien 480 gezählt. Im Vergleich zu Deutschland sind die Zahlen – unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl – in etwa doppelt so hoch.

nob/wa (dpa, oe24.at)