Verbraucher können trotz einer milliardenschweren Finanzspritze des Bundes nur mit einer überschaubaren Entlastung bei den Strompreisen rechnen.

Insgesamt sinkt die EEG-Umlage, die Stromkunden auf ihre Rechnung draufgeschlagen wird, um knapp vier Prozent auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Megawattstunden kann dem Vergleichsportal Verivox zufolge mit einer Entlastung von zwölf Euro im Jahr rechnen.

Ohne den Zuschuss des Bundes wäre die Umlage auf 9,65 Cent je Kilowattstunde gestiegen. Denn infolge der Coronakrise sind die Börsenstrompreise stark gefallen. Die EEG-Umlage gleicht die Differenz zwischen dem an der Börse ermittelten Strompreis und den garantierten Zahlungen an Ökostromproduzenten aus. Je größer die Lücke, desto höher die Umlage. Laut Verivox hätten sich die durchschnittlichen Strompreise bei diesem ungebremsten Anstieg um 13 Prozent verteuert, was 136 Euro Mehrkosten für einen Durchschnittshaushalt bedeutet hätte.

Auch 2022 sollen Mittel aus dem Konjunkturpaket aufgewendet werden, um die EEG-Umlage zu senken – auf dann sechs Cent je Kilowattstunde.

Ab 2021 sollen außerdem Einnahmen aus der neuen nationalen CO2-Bepreisung genutzt werden, um Verbraucher bei der EEG-Umlage zu entlasten.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sprach von einem Paradigmenwechsel. Steigen die Einnahmen aus der CO2-Steuer, „steigen auch die Entlastungen beim Strompreis“, versprach er.

Industrievertretern gehen die Maßnahmen indes nicht weit genug. „Die EEG-Umlage sollte gesetzlich auf einem Niveau von maximal fünf Cent eingefroren und die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum gesenkt werden“, sagte Kerstin Andreae, die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. „Die Steuer- und Abgabenlast auf Strom ist mit über 50 Prozent einfach zu hoch.“

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert die komplette Abschaffung der Umlage. „Mehr…