Der 24. Mai 2019 ist ein milder Frühsommertag. Bei Temperaturen über 20 Grad lässt es sich angenehm draußen sitzen in einem Burger-Restaurant im Berliner Szeneviertel Prenzlauer Berg. Auf der anderen Straßenseite reiht sich derweil eine Menschenschlange auf, die sich bald um den ganzen Block zieht. Neben aufgeregten Teenie-Kids – meist Mädchen – warten auch viele Eltern.

Bei manchem Vater gipfelt die Solidarität mit dem Nachwuchs sogar darin, dass er sich selbst ein T-Shirt mit dem Logo der Gruppe übergestreift hat.  Die Band Blackpink soll gleich in der nahen Max-Schmeling-Halle auftreten. Im Burger-Laden dagegen nur fragende Gesichter: Blackpink? Nie gehört. Kurz darauf wummern dröhnende Bässe über die Straße, wie man sie hier nur selten hört.

Erste südkoreanische Band bei Coachella

Blackpink machen auf ihrer ersten Welttournee Halt in Berlin, kaum drei Jahre nach der Gründung ihrer Band. Die rasante Entwicklung des Girlie-Quartetts aus Südkorea dokumentiert die Netflix-Produktion „Blackpink: Light Up the Sky“. Hinter der extrem erfolgreichen Gruppe, deren aktuelle Youtube-Clips von über 500 Millionen Fans geklickt werden, liegt ein rasanter Aufstieg. 

Gerade stellt die K-Pop-Band mit ihrem neuen Longplayer „The Album“ einen neuen Verkaufsrekord auf. In den USA gastiert sie in den Late-Night-Shows von James Corden und Stephen Colbert und tritt als erste südkoreanische Band beim kalifornischen Coachella-Festival auf.

Blackpink singen auf Koreanisch und Englisch, streuen hier und da kurze Rap-Parts ein, tanzen in ausgefeilten Choreografien zu perfekt ausproduzierten, auf Dauer aber etwas eintönigen Hochglanzbeats. Jennie, Lisa, Jisoo und Rosé haben gute Stimmen, beherrschen Instrumente, die in ihren Hits gar nicht vorkommen.

Dahinter steckt ein extrem harter Werdegang, der im Netflix-Film nur oberflächlich thematisiert wird: Jahrelang trainierten die Sängerinnen mit anderen jungen Mädchen im Programm des Unterhaltungskonzerns YG…