Die Morgenlage
Neue Corona-Verschärfungen beschlossen – weitere könnten folgen

Die Corona-Pandemie wirft die deutsche Wirtschaft laut den führenden Forschungsinstituten um Jahre zurück. Sie treffe die Konjunktur härter als noch im Frühjahr angenommen, heißt es in einem am Mittwoch vorgestellten Herbstgutachten. Stefan Kooths, Konjunkturchef beim Kieler Institut für Weltwirtschaft: O-TON STEFAN KOOTHS, KIELER INSTITUT FÜR WELTWIRTSCHAFT: „Die Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr um 5,4 Prozent schrumpfen, und im kommenden Jahr nur um 4,7 Prozent zulegen. Und dieser Erholungsprozess dürfte zunehmend an Fahrt verlieren. Denn Nachholeffekte laufen aus. Einige Branchen sind weiterhin erheblichen Einschränkungen ausgesetzt. Und die für die deutsche Wirtschaft wichtige globale Investitionstätigkeit dürfte noch für einige Zeit geschwächt bleiben.“ Der DAX in Frankfurt reagierte wenig auf die neusten Daten der Forscher. Die Märkte schauen auf andere Bereiche, sagte Robert Halver von der Baader Bank: O-TON ROBERT HALVER, ANALYST BEI DER BAADER BANK: „Wir haben ein Plus, ein Wirtschaftsplus im nächsten Jahr, 2021. Aber im Vergleich zu China ist das natürlich wirklich lächerlich, weil wir ganz klar Defizite haben. Wir müssen darauf achten, dass wir die Digitalisierung ernst nehmen. Wir müssen darauf achten, dass wir nicht zu viel an Wirtschaftskraft verlieren. Viele Unternehmen verlassen auch Deutschland, nehmen die Arbeitsplätze auch mit, weil in anderen Ländern die neue industrielle Revolution viel ernster genommen wird. Wir müssen zurückkommen zum alten, schönen Audi-AG-Motto-Werbeslogan „Vorsprung durch Technik“. Das hat uns groß gemacht. Wenn wir nur über Steuererhöhungen fabulieren, dann darf sich keiner wundern, wenn der Wirtschaftsprozess so…