Es sollte eine „historische“ Debatte werden, die entscheidende Kurswende im Kampf gegen das Coronavirus. Doch am Ende machte die Kanzlerin keinen Hehl daraus, dass ihr das, worauf sie sich mit den Regierungschefs der Länder verständigen konnte, nicht ausreicht. Sie sei nicht zufrieden, sagte Angela Merkel noch in der Sitzung am späten Abend. „Unheil“ wende man mit diesen Ergebnissen nicht ab.

Nach stundenlangen Diskussionen hatte sich die Runde auf schärfere Regeln zur Eindämmung des wieder stärker grassierenden Virus geeinigt. Kern ist ein Stufenplan, der abhängig von den regionalen Infektionszahlen verschiedene Auflagen vorsieht: von einer Maskenpflicht in der Öffentlichkeit über Sperrstunden in der Gastronomie bis hin zu privaten Kontaktbeschränkungen. (Lesen Sie hier mehr über die Details der Vereinbarung.)

Doch während sich die einen deutlich mehr erhofft hatten, sind die Maßnahmen anderen zu streng. Jedenfalls gibt es bereits heftige Kritik an dem jüngsten Deal – von völlig unterschiedlichen Seiten. Unterdessen steigen die Infektionszahlen rasant: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 6638 neue Infektionen binnen einem Tag – der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Am Vortag waren es noch rund 1500 weniger gewesen.

Kanzleramtsminister Helge Braun äußerte sich am Donnerstagmorgen im ARD-„Morgenmagazin“ ähnlich wie Merkel am Vorabend. Die Beschlüsse reichten vermutlich nicht aus, sagte Braun. „Und deshalb kommt’s jetzt auf die Bevölkerung an.“ Im Grunde müssten „alle mehr machen und vorsichtiger sein als das, was die Ministerpräsidenten gestern beschlossen haben“. Eigentlich müssten jetzt alle Kontakte halbiert werden, um die Pandemie einzudämmen, ergänzt Braun.

Dass sich die Runde auf keine einheitlichen Reisebeschränkungen für Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten verständigen konnte, hatte Merkel bereits am Vorabend indirekt angeprangert. Mit Blick auf die bisher nur in manchen Bundesländern geltenden und extrem…