Weltweit seien im vergangenen Jahr zehn Millionen Menschen an Tuberkulose (TBC) erkrankt, rund 1,4 Millionen von ihnen starben, heißt es in einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Eigentlich habe es gute Fortschritte im Kampf gegen die Tuberkulose gegeben. Jetzt bestehe aber die große Gefahr, dass die Coronavirus-Pandemie diese Erfolge zunichte machen könnte. Viele Länder setzten Fachkräfte und Geld nun zur Eindämmung der Krankheit COVID-19 ein und nicht mehr gegen die Tuberkulose. Das mache sich etwa beim Erfassen von Tuberkulose-Erkrankungen bemerkbar, heißt es in dem Bericht.

TBC-Fälle werden deutlich seltener registriert

In Indien, Indonesien und auf den Philippinen gab es laut WHO einen Rückgang der Erfassung von Tuberkulose-Infektionen im ersten Halbjahr 2020 um bis zu 30 Prozent, verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019. Diese Nichtregistrierung könnte die Zahl der Todesfälle dramatisch ansteigen lassen, da die Betroffenen nicht mehr therapiert würden, warnte die Weltgesundheitsorganisation. Das könnte zur Folge haben, dass in diesem Jahr 200.000 bis 400.000 Menschen mehr an Tuberkulose sterben als im vergangenen Jahr.

„Die Auswirkung der Pandemie auf die Tuberkulosebehandlung war gewaltig“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Abgesehen von der erschwerten Patientenversorgung durch örtliche Lockdowns seien zur Bekämpfung des Coronavirus auch wichtige finanzielle, personelle und technische Ressourcen abgezogen worden.

Bis heute zählt die von Bakterien übertragene Infektionskrankheit Tuberkulose zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit, wobei 95 Prozent aller Fälle in Entwicklungsländern auftreten. Die Erreger werden durch Tröpfchen in der Atemluft übertragen, die eingeatmet werden. Meist ist die Lunge betroffen, doch auch jedes andere Organ kann von den Bakterien befallen sein. Als besonders gefährlich für die Erkrankten erweist sich, dass TBC-Erreger resistent gegen gängige Antibiotika werden.

Das Bakterium…