Das Haus von Cornelia Funke in den Hügeln von Malibu duckt sich unter knorrigen Avocadobäumen. Das Grundstück über dem Pacific Coast Highway wirkt wie eine Fantasy-Kulisse aus einem ihrer Bücher: Kakteen, Blumen, Seerosenteiche, handgemalte Wegweiser. Der Lavendel duftet, ein Windspiel klimpert, exotische Vögel kreischen, „meine wilden Papageien“, sagt Funke. Angeblich stammen sie von zwei Papageien ab, die früher mal Bob Dylan gehört haben, der nicht weit entfernt lebt.

Funke sitzt draußen, an einem langen Holztisch, das blondgraue Haar zurückgesteckt, vor sich eine Flasche Ingwerbier. Eine Maske müsse bei dem Abstand nicht sein, sagt sie. In den vergangenen Monaten habe sie immer wieder Gäste gehabt, die sich in dieser Idylle vom Corona-Stress erholen wollten.

Seit 2005 lebt die erfolgreichste Jugendbuchautorin Deutschlands in Kalifornien. Und genau darüber möchte sie jetzt auch reden: ihre Wahlheimat – und warum sie in letzter Zeit zusehends damit hadert.

SPIEGEL: Frau Funke, in Kalifornien wüten gerade die schlimmsten Waldbrände seit Langem. Sie leben hier direkt in einer Gefahrenzone. Haben Sie keine Angst?