Vor 80 Jahren wurde „Der große Diktator“ von Charlie Chaplin in New York uraufgeführt. Als der Film zwei Monate später auch in London lief, waren die ersten Reaktionen von Presse und Publikum auf die Hitler-Persiflage schon über den Atlantik geschwappt.

„Ein wahrlich herausragendes Werk eines wahrlich großen Künstlers und – aus einem bestimmten Blickwinkel – vielleicht der bedeutsamste Film, der je produziert wurde“, schrieb die „New York Times“. In Europa wütete der Zweite Weltkrieg und noch war nicht abzusehen, dass die deutschen Truppen gestoppt werden würden. Das amerikanische Publikum wurde also mit einem Filmstoff konfrontiert, der aktueller und bedrohlicher nicht hätte sein können.

Aufschlussreiche Produktionsgeschichte

Charlie Chaplin war 1940 einer der größten Filmkünstler und Komiker des Kinos. Dass er sich ausgerechnet mit seinem ersten echten Tonfilm ein derart heikles Thema ausgesucht hatte, überraschte viele. Und auch Chaplin selbst sagte später, dass er den Film nicht hätte inszenieren können, wenn das ganze Ausmaß des NS-Terrors schon damals offenkundig gewesen wäre: „Hätte ich von dem Grauen in den deutschen Konzentrationslagern gewusst, ich hätte ‚Der große Diktator‘ nicht machen können.“

Vor jedem Auftritt musste sich Charlie Chaplin schminken

Nachlesen kann man die Entstehungsgeschichte des Films in einem großartig ausgestatteten Bild- und Textband, den der deutsche, aber international agierende Taschen Verlag veröffentlicht hat. Der amerikanische Herausgeber Paul Duncan hat für den Band „Das Charlie Chaplin Archiv“ eine beeindruckende Fülle an Materialien und Fotos zusammengetragen und auf viele bisher nicht zugängliche Quellen zurückgreifen können. Duncan dokumentiert das Werk des Regisseurs und Schauspielers mit allen Details – dem Film „Der große Diktator“ ist ein zentrales Kapitel gewidmet.

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