Im Tarifstreit zwischen Deutscher Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kann Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) als alleiniger und gemeinsamer Schlichter agieren. Nachdem die Bahn bereits vor einer Woche Platzeck benannt hatte, akzeptierte ihn nun auch die Gewerkschaft.

„Wir haben Herrn Platzeck als fairen, kompetenten und verlässlichen Schlichter bereits in den vergangenen beiden Schlichtungen bei der DB kennen und schätzen gelernt“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Die Schlichtung beginnt demnach am 22. Oktober 2020 in Berlin und dauert drei Wochen.

Die Bahn will den Anstieg der Personalkosten dämpfen, weil die Einnahmen in der Corona-Krise eingebrochen sind. Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sie bereits einen Tarif vereinbart. Er sieht vergleichsweise geringe Einkommenssteigerungen vor. Die GDL hatte Verhandlungen abgelehnt. Zur Schlichtung ist sie aber vertraglich verpflichtet.

Die Gremien der GDL wollen bereits am Freitag in Fulda ihre Forderungen beraten, wie die Gewerkschaft in Frankfurt mitteilte. Kernthemen seien der Sanierungstarifvertrag „Covid 19“, höhere Entgelte, bessere Arbeitszeiten sowie die Sicherheit des Zugpersonals. Die Schlichtung beginnt am 22. Oktober 2020 in Berlin und dauert drei Wochen.

GDL sieht sich als „Schutzschild des direkten Personals“

Bahn und EVG hatten sich bereits im Mai darauf verständigt, dass trotz der Corona-Pandemie keine Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Die GDL war einem entsprechenden Bündnisaufruf damals nicht gefolgt. Angesichts der schon vor der Corona-Krise vorhandenen strukturellen Probleme begründete die Bahn aus Sicht der Gewerkschaft nicht, „warum ausgerechnet das Zugpersonal seinen Gürtel enger schnallen solle“.

Laut Weselsky versteht sich die GDL als „Schutzschild des direkten Personals, insbesondere des Zugpersonals“ und tut unter dieser Prämisse alles dafür, dass die Schlichtung erfolgreich abgeschlossen werden kann. „Das direkte…