Dass Amy Coney Barrett vom Senat an den Supreme Court berufen wird, daran besteht kein Zweifel. Die Republikaner haben die Mehrheit im Senat – und die Richterkandidatin bot den Demokraten im Justizausschuss erneut wenig Angriffsfläche. 

Valerie Höhne, DER SPIEGEL 
„An ihrer Mimik konnte man wenig ablesen. Sie hat wirklich ein Pokerface gehabt. Amy Coney Barrett ist sich treu geblieben in dem Sinne, dass sie eigentlich relativ wenig über sich verraten hat. Sie hat nicht negiert, dass sie sehr konservativ ist, aber sie hat das auch nicht zur Schau gestellt.“ 

Wie am Vortag ging es oft um die Frage, ob Barrett trotz ihrer erzkonservativen Haltung unvoreingenommen urteilen kann. Um daran Zweifel zu säen, hielten die Demokraten Barrett immer wieder ihre eigenen Äußerungen zu Streitfragen vor, etwa zu Barack Obamas Gesundheitsreform, die kurz nach der Präsidentschaftswahl vor dem Supreme Court verhandelt wird.  

Amy Coney Barrett, Richterkandidatin 
„Ich habe damals als Akademikerin gesprochen. Wie ich bereits gestern gesagt habe, hat eine Akademikerin eine ganz andere Funktion als eine Richterin.“ 

Patrick Leahy, Senator, Demokraten 
„Das verstehen wir alle. Aber das war nicht meine Frage. Ich habe Sie gefragt, ob Sie die Gesundheitsreform jemals verteidigt haben, ob als Akademikerin oder Richterin. Das ist eine ziemlich einfache Frage, die man mit Ja oder Nein beantworten könnte.“ 

Amy Coney Barrett, Richterkandidatin  
„Nein, ich hatte nie Gelegenheit, mich zu einer politischen Frage zu äußern.“ 

Patrick Leahy, Senator, Demokraten 
„Sie haben also jedes Mal, wenn Sie sich geäußert haben, gesagt, die Reform sei verfassungswidrig.“ 

Amy Coney Barrett, Richterkandidatin  
„Richterlicher Aktivismus ist schlecht.” 

Barrett betonte erneut, dass sie einen richterlichen politischen Aktivismus ablehne. Doch natürlich geht es bei Barretts Nominierung darum, die konservative Mehrheit am Supreme Court zu zementieren – große Vorfreude beim…