Schon vor dem Treffen im Kanzleramt wurde ein Beschlussentwurf bekannt, wonach sich der Bund dafür einsetzt, dass für Bewohner von Regionen mit hohen Corona-Infektionszahlen neue Beschränkungen gelten sollen.

Demnach soll es eine erweiterte Maskenpflicht und eine Sperrstunde in der Gastronomie geben in Regionen, in denen in einer Woche 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Die Maskenpflicht soll überall dort eingeführt werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen. Zudem sollen Bars und Clubs in solchen Fällen geschlossen werden.

Wann die Sperrstunde beginnen soll und wie viele Teilnehmer in diesen Regionen bei privaten Veranstaltungen noch zugelassen werden können, wird in dem Entwurf offen gelassen. Über die Zahlen wird erheblicher Streit erwartet.

Familienfeiern und Partys

Die Bürger werden zudem gebeten, genau abzuwägen, ob Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis derzeit nötig sind. Solche Treffen gelten als eine der Haupt-Infektionsquellen. Unternehmen, die wegen der neuen Regeln ihren Geschäftsbetrieb erheblich einschränken müssen, sollen zusätzliche Hilfen vom Staat bekommen.

„Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf“: Experten wie Michael Meyer-Hermann wollen an der Maskenpflicht festhalten

Offensichtlich mit Blick auf das umstrittene Beherbergungsverbot werden die Bürger „eindringlich“ aufgefordert, nicht erforderliche Reisen aus Risikogebieten heraus und in innerdeutsche Gebiete mit hohen Infektionszahlen hinein zu vermeiden.

Beobachter gehen davon aus, dass die Verhandlungen sehr schwierig verlaufen werden. Die Bundesregierung schließt sogar nicht aus, dass die Beratungen am Ende zu keiner einheitlichen Linie führen.

Kontrollverlust bei Corona-Infektionen

Der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig warnte bei dem Treffen laut Teilnehmern vor einem Kontrollverlust bei den Corona-Infektionen: „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf, um…