Der Kurznachrichtendienst Twitter hat mehrere Konten gesperrt, deren Inhaber sich anscheinend fälschlicherweise als afroamerikanische Befürworter des US-Präsidenten Donald Trump ausgegeben haben. Über die Profile wurden häufig identische Kurznachrichten verbreitet. Sie lauteten etwa: „Ja, ich bin schwarz und wähle Trump!“.

Die Fake-Konten bedienten sich oft der Bilder schwarzer Männern, die in Medienberichten veröffentlicht wurden. Einige Konten gaben sich zudem als Militärveteranen, Polizisten, Businessmänner oder Stahlarbeiter aus, also als Teil von gesellschaftlichen Gruppen, die tendenziell Trump unterstützen. Viele folgten sich gegenseitig.

Darren Linvill, ein Social-Media-Desinformationsforscher an der Clemson-Universität, der die Konten seit Samstag beobachtet, fand mehr als zwei Dutzend solcher Accounts. Einige von ihnen hatten Zehntausende Follower, zusammengenommen seien ihre Tweets 265.000-mal geteilt worden.

Sechs Tage, 24.000 Follower

„Unsere Teams arbeiten fleißig daran, diese Aktivität zu untersuchen, und werden gemäß den Twitter-Regeln Maßnahmen ergreifen, wenn Tweets als Verstoß eingestuft werden“, sagte eine Sprecherin des Social-Media-Unternehmens. Laut „Washington Post“, die zuerst über den Fall berichtete, erreichten viele der Konten eine enorme Reichweite in nur wenigen Tagen und verschwanden dann wieder.

Der fiktive Twitter-Nutzer @CopJrCliff beispielsweise, der sich als schwarzer Polizist ausgab, schrieb nur acht Kurznachrichten in sechs Tagen und erreichte 24.000 Follower. Sein erfolgreichster Tweet wurde 75-mal geteilt.

Linvill sagte der „Washington Post“, er habe bei seinen Untersuchungen Spuren des kyrillischen Alphabets gefunden, das unter anderem in Russland verwendet wird. Eines der Konten habe zuvor für einen Eskort-Service in der Türkei geworben. Das Netzwerk hinter der Desinformationskampagne sei aber schwer aufzudecken.

„Der Schaden ist angerichtet“, sagte Filippo Menczer, Professor für Informatik an der Indiana University…