Tausende Anhänger der thailändischen Demokratiebewegung haben sich am Mittwoch vor dem Regierungsgebäude in Bangkok versammelt. Sie forderten eine neue Verfassung sowie den Rücktritt des Premierministers Prayuth Chan-ocha. Die Protestierenden hatten im Vorfeld angekündigt, mehrere Tage lang im Zentrum Bangkoks kampieren zu wollen. 

Teile der Bewegung riefen zudem nach einer Reform der Monarchie und forderten eine öffentliche Debatte über die Unterstützung des Königshauses durch die Armee. Außerdem verlangten sie die Abschaffung eines Gesetzes, das harte Strafen für Kritik an der Monarchie vorsieht. Wer den Regenten beleidigt, dem drohen in Thailand bis zu 15 Jahren Haft.

Gleichzeitig versammelten sich Hunderte Royalisten zu Beginn der Demonstration wenige Dutzend Meter entfernt von den Regierungskritikern. Sie trugen T-Shirts in Gelb – der Farbe der thailändischen Monarchie.

Das Besondere bei der Kundgebung: König Maha Vajiralongkorn , der die meiste Zeit in Bayern lebt, ist derzeit selbst in Bangkok. Im Laufe des Tages sollte der Regent auf dem Weg zu einer Zeremonie das Demokratiedenkmal im Zentrum der Hauptstadt passieren, an dem sich die Demonstranten versammelt hatten, weswegen Zusammenstöße mit der Polizei befürchtet wurden.

Monatelange Proteste

Seit rund drei Monaten kommt es in Thailand immer wieder zu Protesten gegen die Regierung und insbesondere gegen Ministerpräsident Prayut. Der General ist seit einem Putsch des Militärs im Jahr 2014 an der Macht. 

Am Dienstagabend waren 21 Demonstranten festgenommen worden, die eine zentrale Kreuzung rund um das Demokratie-Denkmal in Bangkok besetzt hatten. An dem Tag hatte es landesweit Gedenkfeiern für den vor vier Jahren gestorbenen König Bhumibol gegeben. Der beliebte Monarch wurde – anders als sein nun amtierender Sohn – noch fast gottgleich verehrt.

Einige der Demonstranten hatten dabei Polizisten mit blauer Farbe bespritzt. In einem seltenen Ausdruck offener Kritik an der Monarchie hatten sie außerdem…