Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers einen Antigen-Schnelltest zum Nachweis des Coronavirus auf den Markt gebracht. Potenziell infizierte Menschen könnten mit dem Test innerhalb von 15 Minuten Gewissheit haben, teilte die Siemens-Tochter mit. Der Test ist einem Sprecher zufolge bereits erhältlich. Spezialisiertes Laborpersonal oder -Instrumente seien für den CE-zertifizierten Test nicht nötig.

Damit sei der Test in allen Ländern zugelassen, die eine solche CE-Zertifizierung anerkennen – das ist im Wesentlichen der Europäische Wirtschaftsraum. Siemens Healthineers plant ferner eine Notfallzulassung bei der US-Gesundheitsbehörde FDA. Danach wolle das Unternehmen schrittweise den Test in anderen Regionen der Welt anbieten, hieß es.

Bei dem Schnelltest muss ein Nasen-Rachen-Abstrich in eine Kanüle mit spezieller Flüssigkeit eingeführt werden. Dadurch werde die Flüssigkeit auf eine Test-Kassette aufgetragen, die wiederum nach 15 Minuten ein Ergebnis zeigt. In Deutschland darf solch ein Abstrich aktuell allerdings nur medizinisch geschultes Personal durchführen. Der Abstrichtupfer muss sehr tief in den Rachen eingeführt werden, um dort eine für den Test ausreichende Virusmenge zu gewinnen. Das kann einen unangenehmen Würgereiz provozieren. Experten bezweifeln deshalb, ob Menschen bei sich selbst einen korrekten Rachenabstrich nehmen würden.

Der Test hat laut Hersteller eine Sensitivität von 96,7 Prozent, das heißt, er erkennt zu diesem Prozentsatz Infizierte korrekt als Coronavirus-positiv. In den restlichen 3,3 Prozent der Fälle werden mit dem Coronavirus Infizierte vom Test nicht als solche erkannt. Er hat zudem eine Spezifizität von 99,2 Prozent, das heißt, dass er Gesunde zu diesem Prozentsatz auch als gesund erkennt – und nicht fälschlicherweise als mit Corona infiziert ausweist. Diese Zahlen beruhen laut Siemens Healthineers auf einer Studie mit 317 Teilnehmern.

Tests, die einem nach 15 Minuten sagen, ob…