„Wir glauben, dass es eine grundsätzliche Einigung auf den höchsten Ebenen unserer beiden Regierungen gibt“, sagte der US-Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, bei einer Veranstaltung der Denkfabrik Heritage Foundation. Die US-Regierung möchte den im Februar ablaufenden New-Start-Vertrag über die Kontrolle von Atomwaffen für eine gewisse Zeit verlängern. Allerdings nur wenn Russland zusage, sein Arsenal taktischer Atomwaffen zu begrenzen, sagte Billingslea. „Wir sind bereit, das Gleiche zu tun.“ Die USA seien interessiert an einem Deal, aber Moskau müsse auch den politischen Willen zeigen, sagte Billingslea.

Einfrieren des Arsenals für Russland „unannehmbar“

Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sagte der Agentur Interfax zufolge, dass ein von den USA gefordertes Einfrieren taktischer Waffen als Bedingung für eine Verlängerung des Abkommens für Moskau „unannehmbar“ sei.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament, Juri Schwytkin, lehnte eine Begrenzung oder ein Einfrieren des russischen Atomwaffenarsenals ebenfalls ab. „Der Vorschlag von Billingslea ist nicht konstruktiv. Ich gehe nicht davon aus, dass wir uns auf so etwas bei den Verhandlungen einlassen“, sagte er. Andere russische Politiker machten deutlich, dass bei jedweder Übereinkunft das Prinzip der Gegenseitigkeit gelten müsse.

Die USA und Russland hatten im Juni eine erste Verhandlungsrunde über die Zukunft von „New Start“ ohne greifbare Ergebnisse beendet. Die Regierung in Washington pocht auf eine Beteiligung Chinas an den Abrüstungsgesprächen.

90 Prozent der weltweiten Atomwaffen

Russland und die USA besitzen zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen. Der New-Start-Vertrag begrenzt die russischen und amerikanischen Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe. Das sind etwa 30 Prozent weniger als im Vorgängervertrag „Sort“ von 2002.

Die USA hatten im vergangenen Jahr den INF-Vertrag über die…