„Unter freiem Himmel. Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter“ heißt die sehenswerte Schau im Lenbachhaus. Sie heftet sich an die Fersen der Frischverliebten, die zwischen 1904 und 1908 insgesamt 18 Monate gemeinsam verreisten.

In ihren frühen gemeinsamen Jahren durchstreiften die beiden Landschaften und fertigten dabei Zeichnungen und kleine Ölstudien an. Oder, wie Münter vor allem, mitunter auch malerisch komponierte Fotografien. ″Das schöne an diesen Arbeiten ist“, sagt Kuratorin Sarah Louisa Henn vom Lenbachhaus, ″dass wir damit verschiedene Perspektiven auf die gleichen Motive bekommen.“

Es war die Zeit, als sie sich als Paar noch nicht in Gesellschaft zu zeigen wagten. Kandinsky war noch verheiratet. Aber sie unternahmen gemeinsam Ausflüge in die bayerische Provinz oder brachen zu künstlerischen Reisen auf, die sie nach Amsterdam, Marseille, Tunis, Brüssel, Mailand, Rapallo, Paris und Bozen führten. Sie malten, nicht selten am gleichen Ort, sehr unterschiedlich. Entsprechend vielfältig sind die Motive.

Prägend für den Blauen Reiter

Gabriele Münter 1902 an der Staffelei unter freiem Himmel.

Kennengelernt hatten sich die beiden im Jahr 1902 – ebenfalls unter freiem Himmel. Die junge Malerin nahm an Kandinskys Sommer-Malkurs in Kochel teil. Ausgestattet mit Kamera, Paletten, kleinen Malpappen, zusammengefalteter Staffelei und verschließbaren Farbtuben ging es per Fahrrad durch die Landschaften des bayrischen Voralpenlandes.

Dabei entstanden Landschaftsbilder und Fotografien. Und es begann die künstlerische Annäherung zweier Maler, die später für die Expressionisten der Künstlergruppe des Blauen Reiters so prägend wurden. 

Kandinsky und Münter näherten sich demselben Motiv, nutzten verschiedene Techniken und verwendeten unterwegs entstandene Fotografien oft als Vorlage für Zeichnungen, Holzschnitte und Gemälde. Und sie diskutierten leidenschaftlich über ihre künstlerische Weiterentwicklung.

Dank einer Schenkung Gabriele Münters…