Die Finanzminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) verständigten sich darauf, das Moratorium zunächst um ein halbes Jahr zu verlängern. Im Frühjahr wollen sie eine abermalige Verlängerung um sechs weitere Monate prüfen. „Ich erhoffe mir für die Zukunft, dass es nicht nur dabei bleibt“, sagte der deutsche Finanzminister Olaf Scholz nach der Videokonferenz in Berlin. Auch private Gläubiger müssten mitziehen, forderte er.

China, einer der wichtigsten Gläubiger

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire sagte, die G20-Gruppe habe sich erstmals auf einen Rahmen geeinigt, wie China künftig bei Schuldenerleichterungen einbezogen werden könne. Die Volksrepublik ist in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Gläubiger vieler Länder geworden, nicht nur in Afrika.

Händewaschen in fließendem Wasser: Mit dem frei gewordenen Geld sollen arme Länder wie hier Benin Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie finanzieren

Die Stundung der Zins- und Tilgungszahlungen soll den Ländern mehr Spielraum für Investitionen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geben. Ursprünglich sollte die Regelung für die 77 ärmsten Länder der Welt nur bis zum Jahresende gelten.

Zusätzliches Geld der Weltbank

Weltbank-Chef David Malpass kündigte an, noch im Oktober einen Vorschlag für weitere Notfallfinanzierungen für besonders arme Länder im Volumen von 25 Milliarden Dollar machen zu wollen. Nach Angaben der Weltbank befinden sich 28 Länder, die besonders von Armut betroffen sind, in einer Schuldenkrise. Einigen droht die Zahlungsunfähigkeit.

Das Coronavirus unter Kontrolle zu bekommen, ist aus Sicht der G20 die entscheidende Voraussetzung für eine konjunkturelle Erholung. Dafür und für den Erhalt der Finanzstabilität müsse alles getan werden, was möglich sei, hieß es im Abschlussdokument.

uh/fab (dpa, rtr)