Am Mittwochnachmittag beraten Angela Merkel und die Regierungschefs der 16 Bundesländer im Kanzleramt über die Corona-Pandemie. Es geht um die Beherbergungsverbote und um bundesweit einheitliche Vorgaben. Während hierzulande noch über Details diskutiert wird, gehen andere europäische Länder in Teilen schon wieder in den Notfallmodus über.

In unserer Nachbarschaft schießen die Infektionszahlen teils extrem nach oben. Laut dem wöchentlichen Situationsbericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnete Europa in der zweiten Oktoberwoche den höchsten Anstieg der Corona-Fallzahlen weltweit – ein Plus von 34 Prozent. Rund 700.000 neue Fälle wurden registriert. Damit entfiel knapp ein Drittel der global nachgewiesenen Neuinfektionen auf die Region. Sie umfasst laut WHO-Definition 51 Staaten, auch Russland.

In Polen hat sich die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen und der Covid-19-Todesfälle laut der Auswertung der Zahlen von vergangener Woche innerhalb von sieben Tagen verdoppelt. Bezogen auf die Größe der Bevölkerung überholt Europa gerade erstmals seit April Nordamerika.

Europa ist ein roter Teppich

In Teilen lässt sich der Anstieg zwar mit höheren Testzahlen erklären, aber auch unabhängig davon nimmt die Zahl der nachweislich Infizierten zu. Der Anteil positiver Testergebnisse, die sogenannte Positivrate, wächst. Das Virus breitet sich wieder aus.

Die Grafik unten zeigt, wie viele positive Coronatests in sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern in 45 Staaten Europas erfasst wurden. Zu erkennen ist ein großer roter Teppich mit nur wenigen orangefarbenen Bereichen. 26 Staaten überschreiten den Wert von 50 nachgewiesenen Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern.

Den höchsten Wert hat Andorra. Mit gerade mal 77.000 Einwohnern treibt in dem Zwergstaat jeder neue Corona-Fall die Statistik in die Höhe. Darauf folgen die deutschen Nachbarländer Tschechien und Belgien mit 370 und 340 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben…