Nach seiner Vergiftung mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok hat Alexej Nawalny offengelegt, wer für die Kosten seiner Behandlung in Deutschland aufkommt. „Ich habe versprochen, es Ihnen zu sagen. Ich sage es“, schrieb der russische Oppositionsführer in einem Instagram-Beitrag.

Der Transport mit dem Flugzeug nach Deutschland habe demnach 79.000 Euro gekostet und sei von dem Unternehmer Boris Zimin beglichen worden. Die Kosten der Behandlung in der Berliner Charité beliefen sich auf insgesamt 49.900 Euro, führte Nawalny auf. Dafür seien der Unternehmer Evgeny Chichvarkin, der Wirtschaftswissenschaftler Sergej Aleksashenko sowie der IT-Spezialist Roman Ivanov aufgekommen.

Nawalny selbst konnte die Rechnungen nicht begleichen, seine Konten wurden offenbar eingefroren. Ende September hatte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch mitgeteilt, dass Nawalny nach einer richterlichen Anordnung keine Transaktionen über seine Bankkonten tätigen kann. In seinem Beitrag schrieb Nawalny nun, dass nicht nur die Bankkonten von ihm und seiner Familie gesperrt worden seien, sondern zudem sein Unternehmerkonto.

Nawalny vermutet Putin hinter Giftanschlag

Nawalny war am 20. August während eines Inlandsflugs in Russland zusammengebrochen. Nach einer Notlandung in der sibirischen Stadt Omsk wurde er auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt. Der 44-Jährige hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen, ist aber noch nicht vollständig genesen und absolviert in der deutschen Hauptstadt eine Reha-Maßnahme.

In einem SPIEGEL-Interview äußerte Nawalny die Vermutung, der russische Präsident Wladimir Putin stecke hinter dem Giftanschlag auf ihn. Der Kreml wies dies als „absolut nicht zulässig“ zurück. Am Mittwoch beschloss die EU Sanktionen gegen sechs Vertreter Russlands.

In seinem Instagram-Beitrag dankte Nawalny nun den „wunderbaren Menschen“, die ihm Hilfe angeboten hätten. Demnach konnte Nawalny weitere Spendenangebote aufgrund der Regulierung des europäischen Bankensystems…