Seit gestern ist das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ wieder im östlichen Mittelmeer unterwegs, um nach Gasvorkommen zu suchen. Die EU kritisiert die Aktion scharf: Dies werde im Gas-Streit mit Griechenland und Zypern zu „neuen Spannungen“ statt zu einer Deeskalation führen, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag nach einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg. „Wir sind der Auffassung, dass die Türkei aktiv nach Lösungen suchen muss und sich nicht negativ verhalten sollte.“

Die EU-Staats- und Regierungschefs treffen sich am Donnerstag und Freitag zu Gesprächen über den Brexit und die Klimakrise in Brüssel. Borrell zufolge soll es dabei auch um die jüngsten Entwicklungen im Gas-Streit gehen.

Auch Athen kritisiert die erneute Mission der „Oruc Reis“

Zuvor hatte das griechische Außenministerium die erneute Entsendung der „Oruc Reis“ verurteilt. Die griechische Regierung sieht darin eine „große Eskalation und eine direkte Bedrohung für Frieden und Sicherheit in der Region“. Man fordere die Türkei auf, ihre Entscheidung unverzüglich rückgängig zu machen und die „illegale Aktion“ sofort zu beenden. Griechenland lasse sich nicht erpressen.

Die „Oruc Reis“ wird den Angaben zufolge unter anderem südlich der griechischen Insel Kastelorizo unterwegs sein. Griechenland beansprucht die Gewässer rund um Kastelorizo für sich. Dies weist die Türkei zurück.

Bereits am 10. August hatte die türkische Regierung die „Oruc Reis“ erstmals in das zwischen der Türkei und Griechenland umstrittene Gebiet entsandt, dabei wurde sie von Kriegsschiffen begleitet. Sie hielt sich etwa einen Monat lang in dem Gebiet auf. Schon damals hatte die Mission die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei verschärft.

Die Sorge vor einer militärischen Auseinandersetzung bleibt

Zu ihrem Abzug im September sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seinerzeit, damit werde „der Diplomatie eine Chance“ gegeben. Allerdings teilte die türkische Regierung…