Frauen und Männer dürfen in Spanien zukünftig bei gleichwertiger Arbeit nicht mehr ungleich bezahlt werden: Das hat die Regierung laut Nachrichtenagentur Reuters und spanischen Medienberichten am Dienstag per Dekret erlassen. Firmen werden nun dazu verpflichtet, ihre Gehaltstabellen offenzulegen und sie nach Geschlecht aufzuschlüsseln. Außerdem sind Grundsätze vorgesehen, anhand derer die Gleichwertigkeit verschiedener Arbeiten bestimmt werden kann. Firmen, die gegen das neue Gesetz verstoßen, sollen mit Geldbußen in Höhe von bis zu 187.000 Euro bestraft werden.

„Ab heute können ein Mann und eine Frau in unserem Land, in unseren Firmen, nicht mehr ungleich bezahlt werden. Das ist vorbei“, sagte Arbeitsministerin Yolanda Díaz laut Fernsehsender rtve im Anschluss an ein Treffen des Ministerrats. Gleichstellungsministerin Irene Montero ordnete das Dekret als Schritt im Kampf gegen die aktuelle Wirtschaftskrise ein: „Die Botschaft ist sehr klar: Um uns von dieser Notfallsituation zu erholen, müssen wir als Frauen für gleiche Arbeit auch das Gleiche verdienen wie die Männer“.

In Spanien ist die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen mit 21 Prozent ähnlich hoch wie in Deutschland.

Icon: Der Spiegel