Nur auf den ersten Blick sieht es ehrgeizig aus, wozu sich Deutschland verpflichtet hat, um die Erderwärmung zu stoppen.

In zehn Jahren, bis 2030, sollen die Treibhausgasemissionen um 55 Prozent gesunken sein.

Im Jahr 2050 soll Deutschland dann spätestens treibhausgasneutral sein.

Auf den zweiten Blick zeigt sich: Das reicht nicht, um die Erderwärmung auf unter 2 Grad, eher 1,5 Grad zu begrenzen, so sagen es Wissenschaftler schon lange. Dazu aber hat sich Deutschland, wie fast alle anderen Staaten der Welt, im Pariser Abkommen verpflichtet.

Heißt: Deutschland hat Klimaziele, aber sie passen nicht zum Pariser Klimaziel.

Wie schnell muss die Wirtschaft umgebaut werden?

Die Klimaschützer von „Fridays for Future“ haben deshalb, finanziell unterstützt von der GLS Bank, beim Wuppertal Institut eine Studie in Auftrag gegeben, die zeigen soll, wie es gehen könnte. Sie liegt dem SPIEGEL vor.

Damit existiert nun eine Kalkulation, die zumindest einen ersten halbwegs realistischen Eindruck davon vermittelt, wie groß die Aufgabe ist, vor der die Gesellschaft steht. Wie schnell die Wirtschaft umgebaut werden muss.

Sehr schnell, sehr gravierend.

Viel schneller als geplant.

„Das Einhalten des 1,5-°C-Emissionsbudgets verlangt deutlich schnellere Emissionsminderungen und ein wesentlich früheres Erreichen von Treibhausgasneutralität als dies (…) in bestehenden politischen Zielvorgaben der Bundesregierung dargelegt ist“, heißt es in der Studie. 

Nicht erst 2050, sondern schon 2035, also in 15 Jahren, darf Deutschland netto kein CO2 mehr ausstoßen – und zwar nicht linear immer weniger, sondern zwischendurch noch schneller. Würde Deutschland Jahr für Jahr gleichermaßen mindern, müsste schon 2032 Schluss sein mit CO2-Emissionen.

Windräder und Solaranlagen aufbauen

Dass das eine immense Aufgabe ist, wissen auch die Forscher: „Für einen derart schnellen Umbau großer Teile des Wirtschaftssystems gibt es bisher kein Beispiel“.

Icon: vergrößern

Solaranlagen (Symbolbild):…