Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor Auswirkungen der Coronakrise auf die Stabilität des internationalen Finanzsystems gewarnt. Zwar seien die kurzfristigen Gefahren durch das beherzte Eingreifen staatlicher Institutionen wie Regierungen und Notenbanken begrenzt worden, heißt es im kürzlich vorgestellten Finanzstabilitätsbericht des IWF. Die Anfälligkeit des Finanzsystems sei in der Krise aber gestiegen.

Größere Probleme sieht der IWF für Unternehmen außerhalb des Bankensektors. Viele dieser Unternehmen hätten sich in der Krise stark verschuldet, um kurzfristige Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können. Und auch auf staatlicher Seite komme eine erhebliche Neuverschuldung hinzu. Diese ist nötig geworden, um die ökonomischen Folgen der Pandemie zu dämpfen.

IWF befürchtet Pleitewellen und wirtschaftliche Schäden

Insgesamt zeichnet der IWF ein finsteres Bild für die Wirtschaft nach der Coronakrise: Die Pandemie werde vielen Ländern langfristige wirtschaftliche Schäden zufügen, sämtliche Fortschritte bei der Armutsbekämpfung seit den Neunzigerjahren rückgängig machen und die soziale Ungleichheit erhöhen. Für die Eurozone sagt der IWF im laufenden Jahr einen Wirtschaftseinbruch um 8,3 Prozent voraus, im kommenden Jahr dürfte es um nur 5,2 Prozent nach oben gehen. Für Deutschland wurde die Juni-Prognose für 2020 um 1,8 Prozentpunkte erhöht, für das kommende Jahr jedoch um 1,2 Punkte abgesenkt.

Mit zunehmender Dauer der Krise sieht der IWF das Risiko, dass kurzfristige Liquiditätsprobleme letztlich Pleitewellen nach sich ziehen könnten. Besonders betroffen seien kleinere und mittelgroße Firmen, die im Gegensatz zu großen Unternehmen einen schwierigeren Zugang zum Kapitalmarkt hätten und überwiegend von der Kreditvergabe der Banken abhängig seien. Verstärkt werde das Problem dadurch, dass einige Banken ihre Kreditvergabestandards verschärft hätten.

Auch Banken wackeln in der Coronakrise

Außerdem könnte es für Unternehmen und…